Ziel des Artikels: Pipedrive Zapier Vergleich · Teil 2 der Serie “Pipedrive-Automatisierung: Grundlagen”
Im ersten Artikel dieser Woche haben wir die Grundlagen von Pipedrive Automatisierung geklärt: Trigger, Aktion, die drei Automatisierungs-Kategorien. Eine Frage taucht dabei fast immer auf: “Reicht das native Pipedrive-Tool, oder brauche ich Zapier?”
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wo genau der Prozess stattfindet. In diesem Artikel zeige ich dir, wann native Pipedrive Workflow Automation ausreicht – und ab welchem Punkt sich Zapier tatsächlich lohnt.
Der Kernunterschied in der Praxis
Pipedrive Workflow Automation arbeitet ausschließlich innerhalb von Pipedrive. Trigger und Aktionen beziehen sich auf Deals, Kontakte, Aktivitäten und Felder – alles, was bereits im System existiert.
Zapier ist ein externer Vermittler zwischen verschiedenen Tools. Es kann auf Ereignisse in Pipedrive reagieren und Aktionen in völlig anderen Systemen auslösen – zum Beispiel eine Slack-Nachricht, ein Eintrag in einer Buchhaltungssoftware oder eine automatische Kalenderbuchung außerhalb von Pipedrive.
Kurz gesagt: Native Automatisierung bleibt im eigenen Haus, Zapier verbindet mehrere Häuser miteinander.
Wann native Pipedrive Automatisierung reicht
Für die meisten alltäglichen Anwendungsfälle ist kein externes Tool nötig. Native Automatisierung deckt zuverlässig ab:
- Automatische Aktivitäten bei Phasenwechsel
- Automatisches Befüllen von Feldern basierend auf Deal-Status
- Automatischer E-Mail-Versand aus Pipedrive heraus
- Benachrichtigungen an Teammitglieder bei bestimmten Ereignissen
Der große Vorteil: Keine zusätzlichen Kosten, keine zusätzliche Systemabhängigkeit, keine zweite Plattform, die gewartet werden muss. Für ein Team, das gerade erst mit Automatisierung startet, ist das fast immer der richtige Einstiegspunkt.
Wann sich Zapier tatsächlich lohnt
Zapier wird relevant, sobald ein Prozess Systeme außerhalb von Pipedrive einbindet, die native nicht angebunden sind. Typische Beispiele:
- Ein neuer gewonnener Deal soll automatisch eine Rechnung in der Buchhaltungssoftware anlegen
- Ein neuer Lead aus Pipedrive soll automatisch in ein E-Mail-Marketing-Tool für eine Nurture-Sequenz eingetragen werden
- Ein Team nutzt ein Projektmanagement-Tool, in dem nach Vertragsabschluss automatisch ein neues Projekt angelegt werden soll
In all diesen Fällen reicht die native Automatisierung nicht aus, weil das Ziel-System außerhalb von Pipedrive liegt.
Kostenfaktor nicht unterschätzen

Native Pipedrive Automatisierung ist im jeweiligen Plan enthalten. Zapier hingegen läuft über ein eigenes Preismodell, das sich nach Anzahl der sogenannten “Tasks” (ausgeführte Aktionen) richtet. Bei niedrigem Volumen ist das meist unkritisch – bei mehreren hundert oder tausend automatisierten Vorgängen im Vertrieb pro Monat kann sich das spürbar auf die laufenden Kosten auswirken.
Bevor eine Automatisierung über Zapier aufgebaut wird, lohnt sich daher immer die Prüfung: Lässt sich das eigentliche Ziel nicht auch nativ oder mit einer direkten Integration lösen?
Eine einfache Entscheidungshilfe
Vor dem Aufbau einer neuen Automatisierung helfen diese drei Fragen:
- Bleibt der komplette Prozess innerhalb von Pipedrive? → Native Automatisierung
- Ist ein anderes System beteiligt, für das es eine direkte Pipedrive-Integration gibt? → Native Integration statt Zapier prüfen
- Ist ein System beteiligt, das nur über Zapier oder eine ähnliche Plattform anbindbar ist? → Zapier
Diese Reihenfolge verhindert, dass für Aufgaben, die Pipedrive längst nativ kann, unnötig ein externes Tool samt zusätzlicher Kosten und Komplexität aufgebaut wird.
Ein häufiger Praxisfehler: Doppelte Automatisierung
In gewachsenen Setups sieht man gelegentlich, dass dieselbe Aufgabe sowohl über eine native Pipedrive-Automatisierung als auch über einen Zapier-Workflow gelöst wurde – oft, weil zwei unterschiedliche Personen zu unterschiedlichen Zeitpunkten daran gearbeitet haben. Das Ergebnis sind doppelte E-Mails oder widersprüchliche Aktivitäten.
Eine zentrale Dokumentation aller aktiven Automatisierungen (wie im ersten Artikel dieser Woche empfohlen) sollte deshalb beide Ebenen umfassen – native Automatisierungen und Zapier-Workflows gleichermaßen.
Fazit
Native Pipedrive Automatisierung und Zapier schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Die meisten Teams sollten mit nativer Automatisierung starten, weil sie kostenlos im Plan enthalten und für die meisten wiederkehrenden Aufgaben ausreichend ist. Zapier kommt erst dann ins Spiel, wenn Prozesse wirklich über Pipedrive hinausgehen – und sollte dann bewusst und dokumentiert eingesetzt werden, statt als Standardlösung für alles.
Nächster Schritt: Im dritten Artikel dieser Woche wird es konkret: die 10 besten Pipedrive-Automatisierungen, die sich in der Praxis am schnellsten auszahlen – direkt zum Nachbauen.


