Hallo Wolfgang hier, 🙂
als Tech Lead weiß ich: Die „letzte Meile“ der Integration ist meistens da, wo die Architektur-Träume auf die Realität von Legacy-Systemen und API-Limits treffen.
Im Jahr 2026 ist die Integration von CRM (Salesforce, Dynamics) und ERP (SAP, Business Central) für den Mittelstand kein „Nice-to-have“ mehr, sondern durch NIS-2 und den Druck zur Hyper-Automatisierung (KI-Agenten brauchen Echtzeitdaten!) geschäftskritisch.
Hier sind die 5 größten technischen Herausforderungen für eure Java-Middleware-Projekte:
1. NIS-2 Compliance & Security-Audits
Ab 2026 greift die volle Härte der NIS-2-Richtlinie. Eine einfache „Pipes & Filters“-Middleware reicht nicht mehr aus.
- Herausforderung: Jede Datenübertragung zwischen CRM und ERP muss revisionssicher geloggt werden. Wer hat wann welche Preisliste geändert?
- Java-Stack: Implementierung von OpenTelemetry für Tracing und mTLS (Mutual TLS) für die Kommunikation.
- Schmerzpunkt: Legacy-ERPs im Mittelstand unterstützen oft kein modernes OAuth2/OIDC, was die Middleware zwingt, als „Security-Proxy“ zu fungieren.
2. Event-Driven Architecture vs. API-Throttling
CRM-Systeme wie Salesforce haben strikte API-Limits (Request-Quotas).
- Herausforderung: Wenn der Vertrieb im CRM massenhaft Leads generiert, darf das ERP nicht in die Knie gehen – und umgekehrt darf die Middleware nicht das API-Budget des CRMs verbrennen.
- Java-Lösung: Einsatz von Apache Kafka oder RabbitMQ als Buffer. In Java bietet sich hier Spring Cloud Stream an, um Lastspitzen abzufangen und Daten asynchron (event-driven) zu verteilen.
3. Semantische Daten-Mismatches (Thema: Stammdaten)
SAP denkt in „Materialnummern“ und „Buchungskreisen“, Salesforce in „Accounts“ und „Opportunities“.
- Herausforderung: Die Transformation komplexer, tief verschachtelter ERP-JSON/XML-Strukturen in flache CRM-Objekte führt oft zu „Spaghetti-Mapping“.
- Java-Expertise: Hier punkten Entwickler, die mit MapStruct oder Jolt arbeiten, um performante und wartbare Transformationen zu bauen, statt tausende Zeilen manuelles Boilerplate-Mapping zu schreiben.
4. Real-Time Sync & Data Consistency
Nichts nervt den Außendienst 2026 mehr als eine Bestandsanzeige im CRM, die 10 Minuten alt ist.
- Herausforderung: „Dual Write“-Szenarien (gleichzeitiges Schreiben in beide Systeme) führen ohne Transaktionsmanagement zu Inkonsistenzen.
- Middleware-Thema: Implementierung des Saga-Patterns (Choreography vs. Orchestration) in Java, um fehlgeschlagene Transaktionen im ERP (z.B. „Lagerplatz gesperrt“) sauber im CRM rückgängig zu machen (Compensating Transactions).
5. Cloud-Native & Cold Starts
Mittelständler setzen 2026 verstärkt auf Serverless-Infrastrukturen (AWS Lambda, Azure Functions), um Kosten zu sparen.
- Herausforderung: Ein klassischer Spring-Boot-Monolith hat zu lange Startzeiten für kurzlebige Integrations-Events.
- Java-Trend: Hier ist euer Know-how in Quarkus oder Micronaut (Native Images via GraalVM) gefragt. Middleware-Komponenten müssen „instant-on“ sein, um auf Webhooks des CRMs sofort reagieren zu können.
Zusammenfassung für die Saphir GmbH
Der Markt im Mittelstand verabschiedet sich gerade von der „Punkt-zu-Punkt“-Frickelei. Gesucht werden Middleware-Architekten, die:
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Stabile Bridges bauen (Java/Spring Boot).
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Sicherheit garantieren (NIS-2 Readiness).
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Skalierbarkeit durch Event-Streaming (Kafka) sicherstellen.


